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Welcher Speaker für welche Anwendung?

 

 

Hier sind zunächst einige generelle Betrachtungen:

 

Die Wahl des richtigen Speakers wird leider oft ein bischen vernachlässigt, ist er es doch letzten Endes, der unser im Amp verstärktes Gitarren-Signal „in Schall wandelt“, d.h. die Luft in Schwingung versetzt und damit den Sound produziert.

Hier bietet sich die Möglichkeit, die etwaigen Vorgaben bzw. Beschränkungen durch Instrument und Verstärker im Hinblick auf einen ausgewogenen Sound zu korrigieren.

 

A. Material

 

1.)  Alnico oder Keramik?

 

Speaker mit dem allseits umjubelten Alnico-Magnet haben glitzernde Höhen und klingen immer offen, können aufgrund ihrer Transparenz aber leicht dünn und etwas kratzig erscheinen.

Wenn sie härter gespielt werden, komprimieren sie und bekommen ihren typischen, rauen Akzent.

Sie haben mit ihrer sehr detaillierten Klangabbildung vor allem Vorteile in hinten offenen, kleinen Combos oder in voluminösen Boxen, da hier die bewegte Luft den Speaker nicht so sehr bedämpfen kann.

Im allgemeinen sind sie auch den Keramik Modellen vorzuziehen, wenn hauptsächlich leiser gespielt wird.

Besonders zu empfehlen für Blues und Blues-Rock, Jazz, Country u.ä.

 

Keramik Speaker sind erst einmal schwerer als Alnicos, aber auch deutlich günstiger. Dies war der Grund ihres Erfolges als Alternative zum immer teurer werdenden Alnico.

Sie spielen ihr klangliches Potential vor allem bei größeren Lautstärken aus, ihr Sound ist eher mittenbetont, dichter und fetter. Wenn sie hart gespielt werden, komprimieren sie äußerst angenehm.

Für Rock, Hard Rock oder schwereres die 1. Wahl.

 

2.)  Einfluß der Magnetgröße

 

Zunächst einmal bedeutet ein großer Magnet eine große Effizienz, sprich Lautstärke des Speakers.

Produziert ein G12M Typ mit durchschnittlicher Größe ungefähr 97 dB Schalldruck, so schiebt der G12H mit größerem Magnet den Ton schon mit ca. 99 dB vor sich her! Der Lautstärke-Unterschied zwischen beiden im selben Amp kann somit ungefähr 10 bis 20% betragen.

 

Charakteristisch für den kleinen Magneten ist seine Mittenbetonung, die großen bringen etwas mehr Bass und im gesamten die größere Ausgewogenheit.

 

 

B. Leistung / Belastbarkeit

 

1.)  Leistung des Amps

 

Als Faustregel für die Speaker-Wahl gilt: Doppelte Nenn-Belastbarkeit der Ausgangsleistung des Amps!

Wie wir alle wissen, können Röhren-Amps unglaublich laut werden. Sie erreichen voll aufgedreht Spitzen, die zwischen 80 und 100% über ihrer Nennleistung liegen.

Hast du dich auch schon einmal über die schiere Lautstärke eines AC30 mit seinen nominalen 30 Watt gewundert?

Hat man also z.B. einen 50 Watt Amp, sollten die angeschlossenen Lautsprecher 100 Watt Belastbarkeit aufweisen, also entweder 1 x 100W oder 2 x 50W oder 4 x 25W usw.

Diese Regel kann man auch außer Acht lassen und eigentlich zu schwache Speaker einsetzen, dann aber Vorsicht mit der Gefahr der thermischen Überlastung.

 

2.)  Zusammenhang zwischen Sound und Leistung des Speakers

 

Ganz grundsätzlich kann man sagen, dass mit Zunahme der Belastbarkeit eines Speakers seine klangliche Grundfärbung dunkler ausfällt.

Dies wirkt sich über alle Frequenzbereiche aus, d.h. ein starker Speaker hat nicht nur einfach mehr Bässe, sondern auch sein Mitten- und Hochton-Bereich klingen etwas dunkler als bei leistungsschwächeren Ausführungen.